So, sage ich zu Elke, die erste Hürde ist geschafft, jetzt müssen wir am Ball bleiben und weiter eine kontinuierliche Leistung bringen. Was nicht einfach ist, denn, wenn wir nur mal kurz nicht hinter unseren Leuten stehen, lassen sie alles wieder schleifen. Krishna vergißt, rechtzeitig seine Warenbestellung, Nirinjen verlängert sein Einkaufen von drei auf sechs Stunden täglich, Ram kommt wieder mit seinem Rugbyshirt zur Arbeit und Lok wird so langsam, dass man ihm während des Laufens die Schuhe neu besohlen könnte. Es nützt alles nichts, sage ich zu Elke, ich muß die Mannschaft neu motivieren, aber wie?
Sie haben in den letzten Wochen eine aussergewöhnliche Leistung gebracht, ich muß einen neuen Spassfaktor in das Team bringen und so verkünde ich die erste Castle Tischtennis Championchip. Jeden Tag wird in der Mittagspause ein Match ausgetragen. Es wird wie in der Bundesliga gewertet: Gewinner 3 Punkte, Unentschieden jeder 1 Punkt, Verloren 0 Punkte. Jeder muß gegen jeden Spielen und am Ende gibt es einen Pokal. Die ganze Truppe lebt wieder auf und das Team hat wieder mehr Spass bei der Arbeit. Elke und ich haben das Gefühl, dass wir immer mehr akzeptiert werden, ja wir glauben sogar, dass der ein oder andere eine kleine Freundschaft schließen möchte. Gerade für Elke war es am Anfang nicht leicht. Sie wurde in der Küche überhaupt nicht angenommen. Frauen haben in der Küche nichts verloren, sagt Krishna. Doch das Blatt hat sich gewendet. Alle sind froh, wenn Elke ihnen zur Hand geht. Wir haben in den letzten Wochen viel gelernt, vor allem was Menschenführung angeht, denn jeder hier ist doch sehr speziell.
Wie speziell jeder von unserem Team ist und welche Macken sie haben, wie uns eine ganze Heerschar von Freunden aus Deutschland wie Könige beschenken und was für einen Spass wir mit ihnen haben ...


