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Elkes Geburtstag

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen …

Endlich sind wir in Saba angekommen. Unsere erste große Station ist die Hauptstadt Kota Kinabalu, auch KK genannt. Hier in dieser 400.000 Einwohner Metropole, die das bedeutende Wirtschafts- und Verwaltungszentrum Sabas ist, gibt es viele gute Gästehäuser, kleine Cafés und Bars, bunte Märkte und große Einkaufszentren. Beeindruckend ist die Waterfront mit dem Zentralmarkt, der in zwei separaten Gebäuden ein gewaltiges Angebot aufweist.

Auf der dem Meer zugewandten Seite befindet sich der riesige Fischmarkt und nebenan der Nachtmarkt, der natürlich von dem großen frischen Angebot der Meeresfrüchte profitiert. In der ganzen Stadt werden fast in jedem Restaurant frische Fische angeboten, das Ganze steigert sich zu einer Mega Fischhalle, die man zu einem wahren Fischaquarium umfunktioniert hat. In der überdachten Halle, die schon fast wie ein kleines Stadion wirkt, können schätzungsweise locker 300-500 Personen Platz nehmen. Die vielen Restaurants darin sind nur durch die verschieden farbliche Bestuhlung zu erkennen. Hat man sich einmal für ein Restaurant entschieden, wird man aufgefordert, sich sein Fischmenü selbst zusammen zu stellen. Und genau hier fängt das Problem an, wer so etwas noch nicht gesehen hat, dem wird es ähnlich gehen wie uns. In Begleitung unserer fachlichen Servicekraft Marlina, die sich in der Meereskunde sehr gut auskennt, laufen wir an geschätzt 150 großen Aquarien vorbei. Wir fangen bei den grünen Seealgen an, weiter geht’s zu den Seeschwämmen, wenn man sie dünstet werden sie schneeweiß, bei den Seegurken schüttelt Elke den Kopf, das geht gar nicht und dann gibt es da noch so ein geleeartiges Seegemüse, was sehr schwabbelig aussieht. Marlina entscheidet für uns, sie lässt uns von allem eine kleine Vorspeisenvariation machen. Das ganze wird angemacht mit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Essig und Öl. Elke macht die Augen zu und schluckt das grüne Zeug runter, wenn man es nicht sieht, schmeckt es gar nicht mal so schlecht.

Bei den über 30 verschiedenen Muschelarten haben wir schon größere Probleme. Es gibt sie nicht nur in vielen verschiedenen Formen sondern auch in den spektakulärsten Farben. Elke entscheidet sich für die Geoduck, eine sehr seltene und außergewöhnlich aussehende Muschel, die besonders bei den Chinesen und Japanern beliebt ist, da sie Potenz steigernd wirken soll. Aufgrund ihrer Größe und Form wird sie auch „Elefantenrüsselmuschel“, „Königsmuschel“ oder auch „Penismuschel“ genannt. Letzteres trifft am ähnlichsten zu. Sie kann bis zu einem Meter lang werden, wiegt zwischen 0,5-1,5 Kilogramm und wird bis zu 150 Jahre alt. Marlina schlägt uns zwei Varianten vor, ihr könnt sie einmal als Hauptspeise bekommen, angebraten mit Knoblauch, Ginger und Chili in einer Sojasoße, dazu Reis, oder als Dessert auf einem Avocado Fruchtsalat. Wir lassen uns die Geoduck als Hauptspeise servieren und sind überrascht, wie zart Sie schmeckt, von der eventuellen potenzsteigernden Wirkung wie bei Viagra leider keine Spur. Zu diesen zwei kulinarischen Leckerbissen lassen wir uns ein kaltes Bier servieren.

Elkes Geburtstag steht vor der Tür und der soll natürlich gebührend gefeiert werden, was bei Elke aber nicht so einfach ist. Mit teurem Schmuck, Parfüm oder Klamotten brauch ich bei Elke gar nicht erst zu kommen, deshalb reserviere ich als Überraschung einen Tisch in einem guten Fischrestaurant. Als ich wieder ins Hotel zurückkomme, sagt mir Elke, am liebsten würde sie ihren Geburtstag auf dem Nachtmarkt feiern. Ok, sag ich zu mir, dann ändere ich meinen Plan halt wieder, ich laufe auf den Nachtmarkt, um einen geeigneten Stand für die kleine Feier ausfindig zu machen. Nach langem hin und her stehe ich vor einer Garküche, die einigermaßen professionell aussieht. Drei Köche arbeiten an verschiedenen Woks und alles, was sie auf den Tellern anrichten, sieht gut aus und ist nicht verbrannt. Auch die Auswahl an Tintenfisch, Prawns, Muscheln, Langusten und den verschiedensten frischen Fischen ist vom feinsten. Die Entscheidung ist gefallen, jetzt brauche ich eigentlich nur noch einen guten Wein. Wo um alles in der Welt finde ich in Saba eine gute Flasche Wein? Da fällt mit der Italiener ein, der an der Promenade eine kleine Pizzeria führt. Meine Freude ist groß, als ich die erste Rotweinflasche hinter seiner Theke erblicke und als er mir seinen kleinen Weinkeller zeigt, bin ich sehr erleichtert, jetzt können wir Elkes Geburtstagsfeier angehen. Am Morgen des festlichen Tages werden wir mit strahlendem Sonnenschein geweckt und nach einem ausgedehnten Frühstück wünscht sich Elke einen kleinen Spaziergang. Wenn Elke sagt Spaziergang, meint sie Wanderung, deshalb ziehe ich mir vorsichtshalber einmal meine Turnschuhe an. Wir besteigen den höchst möglichen Berg der Stadt, um einen grandiosen Ausblick über Kota Kinabalu und seine Inselwelt zu genießen. Nach gut vier Stunden ist der kleine Spaziergang zu Ende und wir können uns dem gemütlichen Teil des Tages widmen. Ich lade Elke zu dem Italiener an der Promenade ein, der schon mit einem eisgekühlten Sauvignon Blanc auf uns wartet. Der Sonnenuntergang ist heute besonders schön, die Sonne schafft es als riesig glühend roter Ball bis aufs Wasser, wo sie dann langsam im Meer versinkt. Gerne hätte uns Luiggi mit Pizza und Pasta verwöhnt, doch der Fischmarkt ruft und bevor wir gehen, steckt uns Luiggi noch eine Flasche Chardonnay-Semmillion und eine Flasche Cabernet Sauvignon zu, dazu zwei langstielige Weingläser mit den Worten: Lasst es euch gut schmecken und so eilen wir zu der reservierten Garküche, wo man auf uns wartet. Natürlich hatte ich dem Chef Abdul von Elkes Geburtstag erzählt und ihm freie Hand für ein besonderes ausgefallenes 5-6 Gänge Menü gelassen. Normalerweise geht es auf einem Nachtmarkt sehr rustikal zu und auf den blanken Holztischen liegen ab und zu einige Plastikfetzen als Deko. Doch auf den Tischen um die Garküche herum lagen bunte Tischdecken und die Plastikstühle sind mit blauem Leinen überzogen, diese Überraschung ist Abdul besonders gelungen. Da sitzen wir nun in Saba Kota Kinabalu, mitten auf einem Nachtmarkt und feiern Elkes Geburtstag, stoßen mit schönen Weingläsern auf den großen Tag an und werden kulinarisch vom feinsten verwöhnt.

Es geht los mit:

  1. Austern auf einem kleinen Salat mit Limettensoße,

  2. Babytintenfische in einer Sojasoße geschmort mit frischem Koriander,

  3. Karamellisierten Tiger-Prawns auf frittiertem Ingwer,

  4. Rosa gebratenes Mahi-Mahi Filet auf einem Bananenblatt und geröstetem Knoblauch,

  5. Duo von der Languste mit Zitronenbutter und Kokosflocken, sowie in einer Austern-Chilisoße serviert

Als uns Abdul nach dem Dessert fragt, winken wir beide ab, nichts geht mehr.

Elke strahlt vor Glück, das ist ein tolles Geburtstagsmenü, was eigentlich filmreif wäre, genug Zuschauer um uns herum haben wir jedenfalls. Jetzt nehmen wir noch alle Freunde, die mit einem guten Glas Wein auf Elkes Geburtstag anstoßen, dann haben wir eine der größten Partys der Welt. Den letzten Schluck Rotwein genießen wir im Bett, ein schöner Tag geht zu Ende.

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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