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Ayutthaya - Stadt der Könige

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen …

Unsere Visa für Myanmar sind beantragt, das Reisebüros versichert uns, dass die Einreisestempel und die Reisepässe in vier Tagen abhohlbereit sind. Da bleibt uns genügend Zeit für einen Abstecher nach Ayutthaya in die ehemalige Königsstadt.

Diesen Tipp haben wir von unseren Freunden Karin und Jan aus der Schweiz, die hier vor Jahren einen tollen Kurzurlaub verbrachten. Früh morgens steigen wir in Bangkok in die Buslinie Nummer 3 ein. Eine Kassiererin hält uns zwei Fahrkarten entgegen. Wie abgezählt strecke ich ihr 28 Bath entgegen. Sie nimmt das Geld und gibt mir lachend 14 Baht wieder zurück. Kopfschüttelnd sagt sie: “Das hier ist doch kein Luxusbus.” Ich versuche das ganze einmal in Euro umzurechnen: also der Kurs steht zur Zeit bei 45 Baht für 1 Euro, dann dürften das für uns beide etwa 30 Cents ausmachen und dafür werden wir eine Stunde lang kreuz und quer durch Bangkok bis zum nördliche Busbahnhof gefahren. Wir wechseln in einen Minibus, der uns in einer weiteren Stunde nach Ayutthaya bringt.

Zunächst sind Elke und ich total endtäuscht: das hier soll eine Königsstadt sein, denn im Verhältnis zu Bangkok ist Ayutthaya ein Dorf. Im Gästehaus Ban Lotus beziehen wir Quartier, ein alt ehrwürdiges Holzhaus im traditionellen Thaistil. Dahinter befindet sich ein schöner Teich mit Seerosen und Lotusblüten, über den eine Brücke zu einer überdachten Holzplattform führt, ein Ort der Ruhe und Stille. In unserem Schlafgemach ist es angenehm kühl, was die herumschwirrenden Moskitos nicht davon abhält, Jagd auf uns zu machen. Deshalb hängt Elke zuerst einmal unser Moskitonetz auf, damit wir in der Nacht von diesen Biestern nicht gestochen werden. Die Holzwände sind allerding nicht sehr dick und so bekommen wir alles mit, was in diesem schönen Holzhaus so alles passiert: vom Hustenanfall meines Nachbarn über das Schnarchen eines anderen Herrn bis zum gemeinsamen Duschen eines Paares mit anschließendem Liebesakt. Als die Sonne durch unser Fenster blinzelt, erklärt mir Elke, dass wir heute Ayutthaya zu Fuß erkunden. Ich hatte eigentlich mit einer lockeren Fahrradtour gerechnet. Naja, sag ich zu mir, so groß können die Tempelanlagen ja wohl nicht sein.

Nach einem heissen, kräftigen Kaffee laufen wir gestärkt mit der Kamera um den Hals zur ersten zerfallenen Tempelanlage, die mich schon ganz schön beeindruckt. Die Zweite ist schon in Sicht, sie liegt in einem schönen großflächigen Park umgeben von Wasserkanälen. Dahinter ist auch schon der nächste Tempel, mit einem liegenden Buddha zu sehen und dahinter, es ist kaum zu glauben, steht schon wieder ein Tempel. Die Mittagshitze fordert ihren Tribut, völlig naßgeschwitzt und ausgelaugt beenden wir nach geschätzten 16 Kilometern die erste Besichtigung. Elke ist total begeistert und legt am Abend die Tour für den nächsten Tag fest, aber bitte diesmal mit Fahrrad, fordere ich.

Das hätte ich nicht gedacht, dass wir hier auf so eine große Kulturstätte treffen. Deshalb mache ich mich erstmal schlau, was Morgen so alles auf mich zukommt. 417 Jahre lang war Ayutthaya die Königsstadt des siamesischen Reiches, bis sie irgendwann um 1767 von den Burmesen zerstört wurde. 33 Könige regierten hier, sie ließen 375 prunkvolle Tempel, 29 Festungen und 94 Eingangstore errichten. Das alles wurde auf einem riesigen Areal erbaut, das heute von Feldern und Wohnhäuseren umgeben ist. Diese historische Stadt Ayutthaya wird vom Zusammenfluß dreier Flüsse umgrenzt, was dieser Stadt ein zusätzliches Flair verleiht. Ich muß gestehen, dass mich das ganze sehr beeindruckt und mit dem Fahrrad lässt sich alles viel entspannter besichtigen. Jetzt verstehe ich, warum so viele Touristen hierher fliegen, um sich nach einem Langstreckenflug einfach nur zu akklimatisieren.

Heute Abend gehen Elke und ich auf den Nachtmarkt, auf den ich mich den ganzen Tag schon freue. Er liegt an einer Promenade direkt am Fluß, gegenüber können wir den beleuchteten Chandra Kasem-Palast sehen. An zahlreichen Ständen wird gekocht, gegrillt und gebraten, alles wird frisch vor unseren Augen zubereitet. Da fällt die Entscheidung nicht leicht: sollen wir einen gebratenen Fisch essen oder vielleicht doch das knusprige Hühnchen oder das frische Gemüse aus dem Wok, ein frisch gemachter scharfer Papayasalat vorweg wäre auch nicht schlecht. Ich könnte mich schon alleine an den vielen verschiedenen Fleischspießen satt essen und da sind ja auch noch die tollen süßen Nachspeisen mit Kokos, Schokolade, Honig und Bananen in hauchdünnem Rotiteig eingebacken. Natürlich sind die Augen wieder einmal größer als das Fassungsvermögen meines Magens. Bauchschmerzen, die mit einem Rum bekämpft werden müssen, sind vorprogrammiert.

Am nächsten Morgen verlassen wir die Stadt Ayutthaya, die auf jeden Fall eine Reise wert ist, in Richtung Bangkok. Unser erster Weg führt ins Reisebüro, wo wir von einer netten Dame, unsere Visa für Myanmar und unsere Flugtickets ausgehändigt bekommen. Am Abend gehts zu unserer Lieblingsgarküche. Elke bestellt sich gebratenes Gemüse dazu einen Red Snapper mit Knoblauch, Ingwer und Chillischote und ich nicht ganz so scharf gebratenen Tintenfisch in einer Gemüsesoyasoße, dazu ein frisch gezapftes Bier in Plastikbechern. Elke und ich freuen uns, dass alles so gut funktioniert hat, wir sind gespannt, was in Myanmar alles auf uns zukommt.

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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