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Das Team

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
So langsam bekommen wir Ordnung in den Laden und es zeichnet sich eine geradlinige Struktur ab. Joe läuft nur noch mit einem Lächeln herum, es gefällt ihm, in seinem Urlaub so gut, dass er sich fast jeden Abend mit Jamason Whisky die Kante gibt.
An das Wegfahren nach Kathmandu zum Golfen denkt er gar nicht mehr. Vielmehr genießt er zusammen mit unseren Gästen die schönen kulinarischen Abende mit einer guten Unterhaltung und da er nie heraus hängen lässt, dass er eigentlich der Eigentümer ist, halten viele ihn für einen Gast. Auch unser Dauergast Rolf Schmelzer aus Deutschland, der schon drei Jahre hier als Auslandskorrespondent für Rundfunk und Fernsehen unterwegs ist, gefällt es bei uns sehr gut. Er ist ein Tausendsassa, der in vielen Hilfsprojekten seine Finger drin hat, so auch in einem Kaffeeplantagenprojekt, was uns wiederum zu gute kommt. Er versorgt uns mit frischgerösteten Kaffeebohnen, aus denen er für unsere Gäste einen kostenlosen, frisch gebrühten Rolfoccino macht. Ich habe es ihm nie gesagt, aber es ist der beste Capuccino, den ich je getrunken habe, einfach Weltklasse.

So, sage ich zu Elke, die erste Hürde ist geschafft, jetzt müssen wir am Ball bleiben und weiter eine kontinuierliche Leistung bringen. Was nicht einfach ist, denn, wenn wir nur mal kurz nicht hinter unseren Leuten stehen, lassen sie alles wieder schleifen. Krishna vergißt, rechtzeitig seine Warenbestellung, Nirinjen verlängert sein Einkaufen von drei auf sechs Stunden täglich, Ram kommt wieder mit seinem Rugbyshirt zur Arbeit und Lok wird so langsam, dass man ihm während des Laufens die Schuhe neu besohlen könnte. Es nützt alles nichts, sage ich zu Elke, ich muß die Mannschaft neu motivieren, aber wie?

Sie haben in den letzten Wochen eine aussergewöhnliche Leistung gebracht, ich muß einen neuen Spassfaktor in das Team bringen und so verkünde ich die erste Castle Tischtennis Championchip. Jeden Tag wird in der Mittagspause ein Match ausgetragen. Es wird wie in der Bundesliga gewertet: Gewinner 3 Punkte, Unentschieden jeder 1 Punkt, Verloren 0 Punkte. Jeder muß gegen jeden Spielen und am Ende gibt es einen Pokal. Die ganze Truppe lebt wieder auf und das Team hat wieder mehr Spass bei der Arbeit. Elke und ich haben das Gefühl, dass wir immer mehr akzeptiert werden, ja wir glauben sogar, dass der ein oder andere eine kleine Freundschaft schließen möchte. Gerade für Elke war es am Anfang nicht leicht. Sie wurde in der Küche überhaupt nicht angenommen. Frauen haben in der Küche nichts verloren, sagt Krishna. Doch das Blatt hat sich gewendet. Alle sind froh, wenn Elke ihnen zur Hand geht. Wir haben in den letzten Wochen viel gelernt, vor allem was Menschenführung angeht, denn jeder hier ist doch sehr speziell.

Wie speziell jeder von unserem Team ist und welche Macken sie haben, wie uns eine ganze Heerschar von Freunden aus Deutschland wie Könige beschenken und was für einen Spass wir mit ihnen haben ...

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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