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Welcome to my Nepal

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
Endlich - nach 3 Tagen Dauerregen blinzeln die ersten Sonnenstrahlen durch unser kleines Fenster. Es ist noch früh am Morgen, als wir auf unsere Räder steigen, vor uns liegen 125 Kilometer bis zu unserem ersten Stop Chisapani. Wir fahren auf einer dampfenden, gut ausgebauten, asphaltierten Straße. Das erste was uns auffällt sind die sauberen Straßenränder, nirgendwo liegt Müll herum, keine einzige Plastikflasche ist zu sehen. Autos gibt es kaum welche, hier und da kommt uns ein Bus entgegen, einige haben Ochsenkarren oder Fahrräder, was uns natürlich besonders gut gefällt. Die meisten Nepalesen sind jedoch zu Fuß unterwegs und was sie alles auf dem Kopf oder auf dem Rücken tragen ist beachtlich. Wir radeln gerade an einem Reisfeld vorbei, als uns eine Stimme etwas Unverständliches zuruft. Erst beim näher Kommen verstehen wir die Worte, die sich immer wieder wiederholen. Doch woher kommt die Stimme? Als Elke einen kleinen, fröhlich lachenden Jungen entdeckt, der wie ein Hampelmann aus dem Reisfeld hochspringt und uns mit den Worten 'Welcome to my Nepal' empfängt.
Fast immer sind es Frauen, die schwere Wasserkanister schleppen oder riesige Holzbündel auf dem Rücken tragen und manchmal tragen sie so große Grasbüschel auf dem Kopf, dass man ihre Gesichte nicht mehr erkennen kann. Kilometer für Kilometer strampeln wir durch endlosen Dschungel. Je wärmer es wird, desto höher wird die Luftfeuchtigkeit und unser Wasserverbrauch nimmt deutlich zu. In den kleinen Siedlungen können wir sehr gut das Leben der Dorfbewohner beobachten, da sich hier alles vor der Haustür abspielt. Herumtollende Kinder, die aussehen wie Dreckspatzen und sobald sie uns sehen werden wir sofort umzingelt und mit Fragen durchlöchert. Frauen geschmückt mit Nasenringen waschen ihre Kleider in Wasserlöschern, nebenan schlachten Männer ihre Ziegen, sie werden fein säuberlich rasiert, danach werden ihnen ihre Eingeweide mit den bloßen Händen heraus gerissen.

In den wenigen Geschäften und Restaurants sind die Regale fast immer leer, das Einzige, was es zu meinem Leidwesen gibt, ist Dalh Bath. Elke amüsiert sich jedesmal köstlich, wenn ich diese Linsenbrühe hinunter würge. Das Wasser, das wir benötigen, steht zwar in einem Kühlschrank, der aber nicht an Strom angeschlossen ist und so müssen wir bei 40 Grad Hitze lauwarmes Wasser trinken. Rund um die Siedlungen werden große Waldfläschen gerodet, für Ackerbau und Reisfelder, die bis zum Rand im Wasser stehen. Das Radfahren wird immer anstrengender, die hohe Luftfeuchtigkeit macht uns immer mehr zu schaffen. Vor ein paar Wochen war es noch die Kälte und die Höhe, die uns das Radeln erschwerte und jetzt ist es diese unerträgliche Hitze. Völlig fertig und am Ende unserer Kräfte kommen wir in Chisapani an.

Die Suche nach einer Unterkunft, vielleicht noch mit einer Dusche, oder einer Toilette auf dem Flur, ist absolut vergebens. Chisapani liegt an einem großen reißenden Fluss, der wiederum an den Bardia Nationalpark grenzt. Sam hatte hier mitten im Nationalpark im Forst Hideaway Cottages eine gute Unterkunft gefunden und uns die Telefonnummer mitgeteilt. Der Besitzer eines kleinen Restaurants erklärt sich bereit dort anzurufen und zur großen Freude werden wir vom Chef persönlich mit einem Pickup abgeholt. Bis zum Resort sind es allerdings noch 25 Kilometer durch zwei Flüsse, durch dichten grünen Dschungel und vorbei an kleinen traditionellen Dörfern. Ramesch zeigt uns voller Stolz sein paradiesisches Gartenresort, was, bevor es dunkel wird, eine Oase der Ruhe ist. Bei einem kalten Bier entspannen wir uns auf der Terrasse und lauschen den unzähligen bunten Vögeln und den einsetzenden Brüllaffen. Die umliegenden Dörfer, sowie unser Bungalow sind aus traditionellen Lehmhäusern gebaut, sie sind im Innenraum erstaunlich kühl und angenehm. Am Eingang steht eine kleine Warntafel.

  1. Von Oktober bis November und von April bis Juli kommen wilde Elefanten in die Dörfer und in unser Resort.
  2. Wenn sie Schüsse in der Nacht hören, bitte nicht durch das Resort laufen, äußerst gefährlich.
  3. Wenn sie einen Elefanten sehen, bitte nicht darauf zulaufen und keine schnellen und wilde Bewegungen machen
  4. Elefanten sind sehr sensibel und unberechenbar.
Seit zwei Jahren umschließt ein drei Meter hoher elektrischer Zaun große Teile des Nationalparks. Er soll die Bevölkerung und ihre Reisfelder vor den wilden Elefantenherden schützen, die es fertig bringen, in einer Nacht, eine gesamte Reisernte zu vernichten.

Wie wir es geschafft haben, durch den immer stärker werdenden Monsun, überschwemmte Straßen, und die Fieberhölle Nepals nach Pokhara zu kommen ...

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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