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No more Dhal

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
Die letzten 200 Kilometer zur nepalesischen Grenze radeln wir durch Reisfelder, hier leben überwiegend arme Bauern und es gibt keine Infrastruktur. Wir übernachten fast nur noch in heruntergekommenen schäbigen Unterkünften, deshalb müssen wir unseren Ekelfaktor nochmals nach unten korrigieren. Der Himmel hat seine Schleusen aufgemacht, von morgens bis abends radeln wir im Regen, der manchmal so heftig ist, das swir die Straße nicht mehr erkennen.
Die Leidenschaft der Inder für Dhal ist in ganz Indien gleich groß. Unter den Begriff Dhal fallen allein 60 verschiedene Sorten von Hülsenfrüchten. Es gibt sie in den verschiedensten Farben wie gelb, rot, orange, braun, grün oder schwarz, von der süßen Schälerbse, der ovalförmigen Mungbohne, der schmackhaften Linse, der länglichen Kidneybohne, der mehligen Kichererbse bis hin zur Schwarzaugenbohne. Das Essen der Inder beschränkt sich fast ausschließlich auf Dhal und ich sage zu Elke, ich kann diese braune Brühe nicht mehr essen, ich bekomme sie einfach nicht mehr hinunter, wenn ich sie schon rieche wird mir schlecht. Morgens Dhal, Mittags Dhal und Abends gibts wieder Dhal. Manchmal ist diese Linsensuppe so dick, dass der Löffel darin stecken bleibt und andermal habe ich das Gefühl, sie haben zehn Liter Wasser mit nur einer einzigen Linse gekocht und dann wieder ist sie so feurig scharf, dass man das Gefühl hat, sie ist nur mit Chilischoten zubereitet worden. Elke scheint das alles vollkommen egal zu sein, sie isst diese Suppe mit so einem Hochgenuss, dass man meinen könnte, es handelt sich hierbei um ein Hummersüppchen. In meinem Kopf und in meinem Bauch dreht sich alles nur noch um Dhal, deshalb verspreche ich Elke: 'Wenn wir in Nepal angekommen sind, esse ich nie mehr Dhal', worüber Elke sich köstlich amüsiert.

Triefend nass und im strömenden Regen stehen wir vor den freundlichen indischen Zollbeamten, die uns einen Stempel in unsere Pässe drücken. Sie bestaunen unsere Räder und der Eine fragt uns: 'Seid ihr wirklich mit dem Fahrrad durch Indien gefahren?' Ja sagt Elke und wir leben noch, dabei zeigt sie ihm stolz unseren Tacho. Als er sieht, dass wir 4.000 Kilometer kreuz und quer durch Indien geradelt sind und dabei über 30.000 Höhenmeter geschafft haben, ruft er seine Kollegen herbei, die uns respektvoll ihre Hand reichen. Bis zu den nepalesischen Zollbeamten sind es zwar nur 500 Meter, aber die Straße ist so schlecht, dass wir unsere Räder durch knöcheltiefen Schlamm schieben müssen. Naja, denke ich so bei mir, das fängt ja schon wieder gut an.

Wir kommen an eine Schranke, wo uns zwei freundlich uniformierte Nepalesen empfangen und nach unserer Immigration fragen. Ich schaue ihn an und sage, wo ist denn hier die Immigration, wir haben keine gesehen? Da müssen sie lachen und deuten auf einen Holzschuppen, an dem wir vorbei gefahren sind. Also wieder zurück zu dem Bretterverschlag in dem ein Schreibtisch steht, dahinter ein Mann mit einem schäbigem Trainingsanzug. Für das drei monatige Visum verlangt er 100 US$. Ich gebe ihm 100 Euro, worauf er mir in nepalesischen Rupien heraus gibt. Da ich keinen Umrechnungsfaktor habe, versuche ich es ungefähr zwischen Dollar und Euro auszurechnen und stelle fest, dass er uns übers Ohr hauen will. Als ich ihn darauf anspreche, drückt er mir grinsend einen weitern Bündel Scheine in die Hand, damit waren wir schon eher zufrieden.

Zwei Tage später auf der Bank, erfahren wir den wahren Umrechnungsfaktor. Der Gute hatte uns immer noch um 9 Euro betrogen. Nach 12 Kilometern erreichen wir die erste Kleinstadt Mahendrenagar, wo wir uns durchgeweicht bis auf die Haut eine trockene Unterkunft suchen. Zwei Tage lang schüttet es so stark, dass es unmöglich ist auch nur einen Meter Fahrrad zu fahren, was uns wiederum Gelegenheit gibt, über die letzten sechs Monate, die wir durch Indien gereist sind, nachzudenken.

Und was Elke und mir so durch den Kopf ging ist kaum in Worte zu fassen ...

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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