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Unter Hindu Pilgern

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
Auf den letzten 100 Kilometern vor Rishikesh wächst die Pilgerschar unaufhörlich an. Zuerst sind es nur vereinzelte Wanderer, danach kommen Radfahrer und Mopedfahrer dazu und zum Schluss sehen wir Traktoren mit riesigen Anhängern, vollgestopft mit Orange gekleideten Pilgern. Sie alle, die meisten von ihnen sind Männer, sind in seliger Feierlaune. Einige singen Lieder, doch die Jungen unter ihnen haben große Musikboxen dabei, aus denen ein ohrenbetäubender Lärm erschallt.
Immer wieder werden wir zum Essen und zum Trinken eingeladen, dabei werden wir mit vielen Fragen durchlöchert: „Wo kommt ihr her? Warum fahrt ihr mit dem Fahrrad durch Indien? Wie viele Kinder habt ihr? Befindet ihr euch auch auf einer Pilgerfahrt?“ Viele von ihnen sind zugekifft oder sternhagelvoll, Elke meint skeptisch: “Ich möchte wissen wie diese Jungs diese Pilgerfahrt überstehen?“ Millionen von gläubigen Hindus unternehmen mindestens einmal pro Jahr eine Pilgerreise. Sie bitten die Götter ihnen einen Wunsch zu erfüllen. Manche von ihnen bringen die Asche eines verstorbenen Verwandten mit, um sie in dem heiligen Fluss Ganges zu verstreuen, oder um einfach nur spirituelle Würde zu erlangen. In Indien gibt es Tausende heilige Pilgerstätten, viele ältere Pilger wählen Varanasie als letzte, denn wer in der heiligen Stadt stirbt, wird vom Kreislauf der Wiedergeburt befreit.

Als wir in Rishikesh ankommen sehen wir erst einmal nur Dreck, Berge von Plastikmüll und an jeder Ecke stinkt es bestialisch nach Urin und Kot. Deshalb entscheiden wir uns, ein Gästehaus zwei Kilometer außerhalb auf einer Anhöhe zu nehmen. Wir fahren gerade einen steilen Stich hinauf, als uns zwei Motorräder entgegen kommen. Elke schreit: „Hey, das sind ja Sam und Even.“ Ich sage zu Elke: „Das ist ja unglaublich, die Aussies werden wir wohl nie wieder los.“ Doch die Freude ist wie immer groß. Sam sagt: „Wir wohnen in Sema’s Gästehaus, es ist günstig, sauber und die Familie ist ok, was haltet ihr davon, wenn ich für heute Abend eine Kiste Bier besorge?“ Wir müssen alle lachen und ohne Widerworte fahren Sam und Even weiter. Da es hier in der heiligen Stadt verboten ist, Alkohol zu verkaufen, müssen die Zwei wegen einer Kiste Bier 40 Kilometer weit fahren. Es ist natürlich Klasse, wenn man zwei Jungs hat, die im Vorfeld schon alles auskundschaften, deshalb zeigen sie uns am nächsten Tag Rishikesh.

Wir laufen hinunter zum Ganges, dorthin wo die Pilger ihre Seele und sich reinwaschen und wer so etwas noch nie gesehen hat, wird es kaum glauben Dagegen ist das Oktoberfest in München und der Wurstmarkt in Bad Dürkheim eine kleine Veranstaltung. Abertausende Pilger stürzen sich in die Fluten des Ganges. Eine Uferseite, zwei Brücken, die die Stadtteile verbinden, die gesamten Straßen der Altstadt, alles ist in orangene Farben gehüllt und stündlich kommen Tausende neue Pilger hinzu. Solch einen Massenauflauf habe ich zuvor noch nie gesehen. Elke und ich bekommen ein beklemmendes Gefühl, für heute reicht es uns, also nichts wie raus aus diesen Menschenmassen. Am Abend stehen wir auf dem Dach unseres Gästehauses. Gemeinsam mit Even und Sam genießen wir unseren Sunset-Drink und schauen von hier aus dem Pilgerstrom am Ganges zu, der auf uns wie eine nimmer endende Prozession wirkt. Sam erzählt uns von der E-Mail, die er von den beiden Australiern, Trudi und China, aus Nepal bekommen hat. Die zwei sind schon vor einigen Wochen nach Pokhara gefahren. Sie schreiben lauter Lobeshymden. Nepal ist das Land, wo es Wein und richtig saftige Steaks gibt, außerdem kein lautes Gehupe und die Straßen und Städte sind sauber. Für uns alle steht fest, da wollen wir hin und ich mache Sam und Even einen Vorschlag: „Was haltet Ihr davon, wenn wir gemeinsam in Pokhara ein Weinfestival mit gutem Essen organisieren und diese Party gemeinsam mit Freunden in Deutschland über Skype feiern?“ Alle sind begeistert, Sam der als nächster nach Nepal fährt, will sich um die Lokalitäten und die Organisation kümmern. Even möchte für zwei Wochen in einen Ashram eintauchen und Elke und ich wollen diese unglaubliche spirituelle Pilgeratmosphäre noch eine Zeitlang genießen.

Wie Elke und ich diese religiösen Zeremonien in der heiligen Stadt Rishikesh erleben, was in einem Ashram so alles passiert und wie Elke den Zusammenstoß eines motorisierten Rikschas übersteht ...

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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