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Zorbing und Yaksking

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
Fassungslos stehen Elke und ich mitten in Manali in einem Lichtermeer und einem ohrenbetäubenden Lärm. Tausende von Indern machen hier Urlaub oder verbringen hier ihre Flitterwochen. Die Reichen geizen hier nicht mit ihrem Luxus, die meisten von ihnen sind reiche Sikhs, die ihre Frauen in edle Saries hüllen und mit Gold behängen.
Elke sagt: „Das ist das Bollywood, was wir bisher nur im Fernsehen gesehen haben.“ Ich mache mir meine Gedanken, wo sollen wir nachts um 10 Uhr ein halbwegs bezahlbares Zimmer bekommen, als mich ein Mann am Ärmel zupft: „Hey, sucht ihr ein billiges Bett?“ „Ja“ sage ich zu ihm. „Ich habe da was, es ist nicht weit von hier.“ Elke und ich schieben unsere schwer beladenen Räder durch die Menschenmassen, durch immer enger werdende Gassen, bis wir vor einen wackligen Bretterverschlag stehen. Was von außen so schlimm aussieht, sieht von innen ganz annehmbar aus. Das Zimmer ist sauber, in der Toilette gibt es eine Dusche mit einem Durchlauferhitzer für warmes Wasser, bei dem die elektrischen Leitungen alle frei liegen und vor dem Zimmer ist ein kleiner Holzbalkon mit einem Tisch und Stühlen. Elke gefällt es hier auf Anhieb und mit 3 Euro für die Nacht haben wir ein echtes Schnäppchen gemacht.

Am nächsten Morgen ist Elke noch sehr müde, deshalb gehe ich alleine auf Tour. Ich will heraus finden, wo ich mein verbogenes Hinterrad reparieren lassen kann und vor allem, wo bekommen wir ein leckeres Frühstück mit Spiegeleiern und einem frischen Brot. Als ich zum Marktplatz komme, erkenne ich von weitem das schwere Motorrad von Even, was für ein tolles Wiedersehen. Während eines Kaffees frage ich Even: „wo ist Sam und wie war eurer Ritt über die Berge?“ Even muss lachen: „Sam habe ich am Rohtang la Pass bei dieser katastrophalen Abfahrt verloren und die Überfahrt über die Berge war die reinste Hölle. Wir mussten an Euch denken, überall haben wir nach euch gefragt, ob jemand zwei verrückte Radler gesehen hat, wir haben uns ernsthaft Gedanken um euch gemacht.“ Nachdem ich Elke mit Even überrasche, gehen wir gemeinsam frühstücken. Endlich nach so langer Zeit einen guten Kaffee, frisch gebackenes Brot und weil die Spiegeleier so gut waren, bestelle ich noch mal zwei.

Am Nachmittag bringe ich mein Hinterrad zu einem alten Mann, der verbogene Motorradfelgen wieder gerade biegt. Sein Kopfschütteln verrät nichts Gutes, dann sagt er zu mir: „Gib mir eine Stunde:“ Als ich nach einer Stunde wieder vor ihm stehe, grinst er. Er überreicht mir die Felge und was ich da sehe ist kaum zu glauben: die Felge dreht sich wieder einwandfrei und ich hatte diese Felge schon abgeschrieben. Freudestrahlend gehe ich zurück zu Elke, die mich jetzt mit Sam überrascht und als ich die Kiste Bier sehe, weiß ich, dass es wieder eine lange Nacht wird. Bei Pizza und Spaghetti erzählen uns Even und Sam ihre abenteuerliche Geschichte: wie sie bei Nomaden übernachteten, wie sie mit ihren schweren Motorrädern im Schlamm und in den reisenden Flüssen versunken sind und sich gegenseitig wieder heraus gezogen haben und wie sie in den Nächten auf 5000 Metern froren. Am nächsten Morgen verabschiedet sich Sam, er hat keine Ruhe im Hintern, er will noch einmal ins Spitital und von da aus weiter über Shimla nach Rishikesh am Ganges.

Elke und ich genießen das Flanieren über die Märkte, durch die vielen Souvenirläden und Kaffeeshops, vorbei an Straßenverkäufern, die gefälschte Sonnenbrillen und Krimskrams anbieten. Hier im zentralen Himachal Pradesh gibt es reichhaltige Obstplantagen, die Unmengen von Aprikosen, Pflaumen, Birnen und Äpfeln anbieten. Vieles davon wird zu meiner großen Freude zu Obstweinen verarbeitet und ich lasse mich dazu hinreißen, einen Apfelwein und einen Aprikosenwein zu kaufen. Doch die Freude hält nicht lange an, der herb bitter schmeckende Wein, mit seinem alten Muffton in der Nase, lässt mich meine Stirn in Falten legen.

Wie Elke und ich die verrückten Sportarten, Sorbring und Yaksking, kennen lernen, über die sich die Inder so amüsieren und wie wir durch bedrohliche Affenbanden radeln, die verwegene Überfälle im Schilde führen ...

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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