Tour 2014-2015
Tour 2009-2011
Weinschmitts
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Home

<<< Jaisalmer, ein Wüstentraum Geister in Indien >>>

Schnurrbart ist nicht gleich Schnurrbart

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
In ganz Rajasthan gibt es keinen Mann ohne, es sei denn, er ist noch sehr jung und auf der Suche nach einer hübschen Frau. Somit ist auch meine Zeit als Schnurrbartträger hier in Indien gekommen.
Die Bedeutung eines Schnurrbarts war mir früher nie sonderlich klar. Ich trage meinen Schnurrbart seit meinem schweren Autounfall vor 33 Jahren. Damals wurde mir die Oberlippe fast weggerissen. Ein netter Unfallarzt nähte sie mir zwar fein säuberlich wieder dran, doch die Narben waren gut zu sehen. Also beschloss ich, mir einen Oberlippenbart wachsen zu lassen, was wiederum einen jungen Burschen mit 19 Jahren ziemlich alt aussehen lässt. Egal, dachte ich mir damals, Hauptsache man sieht meine Narben nicht. Außerdem fand ich meinen eigenen Schnurrbart nie schön, im Gegenteil er war mir oft im Wege: beim Küssen, beim Essen und vor allem beim Wein trinken. Zwar versuchte ich die Oberlippe immer schön frei zuhalten, doch beim Rotwein trinken versaute ich mir regelmäßig alle meine weißen Hemden. Hier tragen in erster Linie die Maharadschas einen gut gepflegten und geschwungenen Schnurrbart, der nach außen natürlich Macht signalisiert. Bei allen Gurus, Wunderheilern und Schlangenbeschwörern bedeutet der Schnurrbart Sicherheit und Vertrauen und bei den wilden Kameltreibern bedeutet er Ausdauer und Kraft. Bei einem Familienoberhaupt beweist ein Schnurrbart Stärke, Ansehen und bei einem reichen Kindersegen große Manneskraft. Zu beachten ist auch wie ein Schnurrbart getragen wird. Ist er an den Enden nach unten gebogen, ist Vorsicht geboten. Es sind oft Menschen die mit sich selbst oder der Gesellschaft nicht im Reinen sind, sie wirken böse und verschlossen. Wird ein Schnurrbart nach oben geschwungen getragen, so signalisiert er Fröhlichkeit, Vertrauen und Offenheit. Seitdem ich all diese Dinge über Schnurrbärte gelernt habe, pflege ich ihn viel besser und achte außerdem darauf, dass er immer nach oben steht. Heute trage ich ihn mit Stolz und Würde wie ein gutes Bekleidungsstück, was unter Schnurrbartträgern zum offenen Sympathieaustausch führt.

Interessantes zum Schnurrbart im westlichen Kulturkreis findet ihr auch unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schnurrbart

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

<<< Jaisalmer, ein Wüstentraum Geister in Indien >>>