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<<< Die Entscheidung Auf neuen Wegen - Indien - Goa >>>

Der Countdown läuft

Hallo Ihr lieben Zuhause Gebliebenen ...
Meine schlechte Laune, meine Unzufriedenheit und meine Einstellung zum Leben haben sich bei mir schlagartig verändert. Mein ganzes Denken ist wieder positiv eingestellt, keine Arbeit ist mir zu viel, selbst in meinem Umfeld scheint wieder alles im Lot zu laufen. Bis zu unserer Abreise sind es immer noch 5 Monate, eigentlich genügend Zeit, um alles zu organisieren.
Zuerst überlegten wir, wohin soll unsere Reise eigentlich gehen? Wo fangen wir an? Wir wollten in einem Land anfangen, in dem wir noch nie waren. Elke schlug spontan Indien vor, ich wollte lieber nach Süd-Afrika, schon des Weines wegen. Da wir uns nicht entscheiden konnten, verschoben wir diesen wichtigen Punkt auf einen späteren Zeitpunkt.

Die Reisepässe waren zwar noch bis 2012 gültig, hatten aber, durch unsere letzte Reise, keinen Platz mehr für neue Stempel und Visa-Einträge, also mussten neue Pässe beantragt werden. Im Oktober, November und Dezember hatten wir in unserem Weinbistro so viel zu tun, dass wir die Vorbereitungen für unsere Reise etwas schleifen ließen, was uns später fast zum Verhängnis wurde.

Elke und ich brachten unsere alten Fahrräder nach Erfurt zu unseren Freunden Madlen und Gerith. Wir hatten die beiden bei unserer letzten Weltreise im Nappa Valley, Californien, kennen gelernt, beide radelten von Alaska bis Mexiko, zusammen mit ihrem Husky Sam. Für mich ist Gerith der absolute Radfreak, keiner kennt sich besser in Fahrrädern aus, da sein Bruder in Erfurt einen Radladen betreibt, erklärt er sich sofort bereit, unsere Räder von Grund auf zu überholen und für die Weltreise tauglich zu machen. Es war klar: Einfach wird das nicht, schließlich haben unsere Räder schon über 40.000 Kilometer auf dem Buckel.

Von nun an rast uns die Zeit regelrecht davon, gut, dass man Freunde hat, die sich unserem neuen Projekt kulinarische Weltreise verbunden fühlen und uns tatkräftig unter die Arme greifen.

Da Elke und ich uns endlich für Indien entscheiden konnten, wird Freundin Jenny für die Flüge beauftragt, sie ist Spezialistin in Sachen Übersee. Werner ist der absolute Computer-Fachmann, er organisiert ein neuartiges Notebook, auf dem alles zur Übertragung von Emails sowie zum Bearbeiten von Bildern installiert wird. Bruder Dieter ist ein Kamerafreak, er kennt alle technische Daten einer guten Kamera, die wir für unsere Reise brauchen. Das Wichtigste ist das Sichern der Bilder, die für uns einen unschätzbaren Wert haben. Für das Verwalten unserer Geldanlagen beauftragen wir Elkes Bruder Armin und meinen Bruder Klaus, sie sorgen hoffentlich dafür, dass es uns auf unserer abenteuerlichen Reise an nichts fehlt. Elkes Vater ist für unsere Post zuständig, eine wichtige Aufgabe, er öffnet die Post, sortiert alles in Ordner und erledigt alle anfallenden Überweisungen und Anfragen. Freund Holger überwacht unsere Berichterstattungen, damit alle Leser die unsere Reise verfolgen, auch Spaß am Lesen haben.

Unsere große Abschlussparty an Silvester haben wir unter großem Einsatz von guten Freunden zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. In Marion Adams, einer Restaurantfachfrau, haben wir eine gute Nachfolgerin für das Stachelvino gefunden, jetzt können wir uns voll auf unsere Reise konzentrieren.

Der Countdown läuft, wir haben noch fünf Wochen Zeit für die letzten Vorbereitungen. Ich frage Elke, was denn jetzt eigentlich noch alles zu erledigen ist. Sie wird nevös und erklärt mir lautstark, was machen wir eigentlich mit unserer Wohnung, wir müssen unsere Autos noch verkaufen und impfen lassen müssen wir uns auch noch. Sie hatte wie so oft recht, wir mussten richtig Gas geben.

Vor einem Jahr hatte ich den Vollblut Musiker Eddy St. James kennen gelernt, er suchte eine kleine möbilierte Wohnung an der Weinstraße. Als er unsere Wohnung in St Martin sah, war er sofort Feuer und Flamme. Er übernimmt mit seiner Freundin Elke unsere Wohnung vom 4. Februar ab für zwei Jahre. Ein Stein fiel uns vom Herzen, und als Alfred Müller aus Lambrecht anrief und sich für unsere Autos interessierte, schien alles nach Plan zu laufen. Viele Freunde und Bekannte luden uns zu Abschiedsfeten ein, es folgte eine nach der anderen, mein Gewicht kletterte ganz langsam nach oben. Die große Feier stieg am 17. Januar, es hatten sich über 100 Freunde angesagt. Aus dem Umkreis von 700 Kilometern kamen sie herbei geeilt, so auch Madlen und Gerith aus Erfurt mit unseren neu aufgebauten Rädern, jetzt konnte eigentlich nicht mehr viel passieren.

Am nächsten Abend standen wir vor unserem Doktor, der uns eine Typhus- und eine Tollwutspritze verpaßte, gegen Tollwut muss in verschiedenen Abständen noch zweimal gespritzt werden. Jetzt fehlte nur noch unser Indienvisum. Elke und ich machten uns auf den Weg nach Frankfurt ins indische Konsulat, wir beantragten ein Touristenvisum für ein halbes Jahr, was wir ohne Komplikationen bekamen.

Nur noch zwei Tage bis zum Abflug, wir werden immer nervöser und der Stressfaktor steigt. Die Räder werden in zwei spezielle Kartons verpackt, unsere gesamte Ausrüstung verstaut Elke in unsere Fahrradpacks. Die wiederum werden in zwei dafür angefertigten reißfesten Säcken verpackt, da wir nur zwei Gepäckteile auf dem Flughafen aufgeben dürfen.

Der letzte Abend vor dem Abflug. Noch einmal treffen Freunde und Nachbarn ein, ein letztes Mal werden ein paar gute Tropfen Wein geöffnet. Am nächsten Morgen schlage ich die Augen auf, ich überlege, wie es mir geht. Mein Puls fängt an zu rasen, ich spüre, wie mein Adrenalin steigt, wie von einer Tarantel gestochen springe ich aus dem Bett. Ich frage Elke ab, haben wir auch alles, Geld, Ausweis, Flugtickets, EC-, Visa- und Masterkarte, Impfausweise und das Einreisevisum. Elke schreit mich an, "mach mich nicht verrückt". Peter steht schon auf der Straße mit seinem Sprinter, wir verstauen die Räder und die Packs, alles geht jetzt sehr schnell. Peter, mein Ex-Schwager, hat uns bis jetzt zu allen großen und kleinen Reisen an den Flughafen gebracht und wann immer es möglich war, wieder abgeholt. Er ist für Elke und mich immer ein gutes Omen gewesen, so hoffen wir es doch auch für dieses Mal. Eigentlich sollte man doch denken, dass wir in Sachen Reisen Profis sind, doch jedesmal packt mich kurz vor der Reise das sogenannte Muffesausesyndrom. Ein Zustand, in dem ich mich kaum noch unter Kontrolle habe, es ist so eine Art Schweben. Die Fahrt nach Frankfurt verläuft nach Plan und die Gepäckabgabe ohne Schwierigkeiten. Mein Bruder Klaus, Schwägerin Hanne sowie Freund Remy überraschen uns zum Abschied. Hanne bringt zirka 10 frisch gebackene lauwarme hessische Krebbel in Zucker gewälzt mit. Elke und ich verdrückten das letzte Stück Heimat mit Hochgenuss, bevor wir durch den Zoll verschwinden.

Das alles ist demnächst in unserem neuen Buch
"Weinschmitt's kulinarische Weltreise" zu lesen ...

Mit den liebsten Grüßen
Die Weinschmitts
Elke und Louis

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